Vorlesen Schliessen
Inhalt

Die lange Nacht der Demokratie

Datum:

02.10.2026

Uhrzeit:

19:30 bis 21:30 Uhr

Ort:

zeiTTor - Museum der Stadt Neustadt in Holstein, Haakengraben 2-6

Preis:

kostenfrei

Termin exportieren

Cap Arcona auf Schienen: Zur Erinnerung an Verderben und Befreiung vor 81 Jahren. Ein Beitrag zur Langen Nacht der Demokratie in Schleswig-Holstein

Die landesweite Initiative "Lange Nacht der Demokratie" lädt in der Nacht vor dem Tag der Deutschen Einheit ein, durch Begegnung, Diskussion und Reflexion gemeinsam unsere Demokratie zu stärken. Dafür ist auch eine lebendige Erinnerungskultur unverzichtbar. Koordiniert wird die Initiative vom Landesbeauftragten für politische Bildung und dem Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holstein, gefördert durch die Sparkassen Schleswig-Holstein und vom NDR medial begleitet.

In Neustadt in Holstein laden

  • das Museum Cap Arcona,
  • das zeiTTor - Museum der Stadt Neustadt in Holstein,
  • die Stadtbücherei,
  • die Volkshochschule und
  • der Verein der Freunde und Förderer des Museums Neustadt in Holstein

gemeinsam zu einem Doppelvortrag ein.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, an diesem Abend gemeinsam die Erinnerung an diese Ereignisse in unserer Region wachzuhalten und bei einer kleinen Stärkung miteinander ins Gespräch zu kommen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, die Erinnerung an diese regionalen Ereignisse wachzuhalten und anschließend bei einer kleinen Stärkung ins Gespräch zu kommen.

Über den Vortrag

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs trieb die SS Hunderttausende KZ-Häftlinge auf verheerenden Todesmärschen ins Innere des Deutschen Reiches. Ziel war es, die Befreiung durch die herannahenden Alliierten zu verhindern und die Spuren der eigenen Verbrechen zu verwischen. Während die Transporte aus dem KZ Neuengamme zur Häftlingsflotte um die Cap Arcona vor Neustadt tief im historischen Bewusstsein verankert sind, ist das Schicksal anderer Märsche weniger bekannt obwohl sie ebenso grausam und den Gefechten der letzten Kriegstage ebenso schutzlos ausgesetzt waren. Eine dieser Routen führte aus dem Außenlager Lübberstedt bei Bremen nach Plön.

Der Doppelvortrag beleuchtet das Schicksal dieses Schienentransports. Die Regionalhistoriker Dietrich Mau (Neustadt in Holstein) und Alfred Grüter (Eutin) rekonstruieren den Weg des Eisenbahnzuges, der kurz vor Kriegsende vor Eutin und hinter Malente unter den Beschuss britischer Tiefflieger geriet ein Angriff, der 61 Todesopfer und viele Schwerverletzte forderte.
Die Referenten schildern die Befreiung der Überlebenden in Plön und blicken auf die Ereignisse Mitte Mai 1945: Um das dortige Lager für Displaced Persons von den Alliierten befreite, durch den Krieg entwurzelte Menschen einzurichten, ließen die Briten Teile von Sierksdorf und Haffkrug räumen. So fanden vorübergehend 320 der vorwiegend ungarisch-jüdischen Frauen des Transports in Sierksdorf eine Zuflucht, während eine weitere Gruppe von 20 Frauen im nahegelegenen Lenste untergebracht wurde, bevor sie schließlich über Neustadt in ihre Heimatländer zurückkehren konnten.