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Großer Baum auf einem Grünstreifen am Ostseeufer in der Nähe der Brücke über die Saalbeek bei klarem, blauen Himmel
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Stadt Neustadt in Holstein bestellt Tiny Häuser 

Die Stadtverwaltung Neustadt in Holstein informiert über Pläne zur Unterbringung von Geflüchteten.

Bilder aus der Ukraine machen betroffen

Alle kennen die Bilder aus Kiew, Mariupol und nicht zuletzt aus Butscha – diese Bilder gingen um die Welt. Auch in Neustadt in Holstein hat der Krieg in der Ukraine die Menschen betroffen gemacht. Bürgermeister Mirko Spieckermann hatte bereits zu Beginn des Krieges in der Stadt Neustadt in Holstein einen Krisenstab eingerichtet. Ihm war klar, dass nach den ersten Hilfsaktionen, in denen es vorrangig darum ging, die Menschen in ihrem eignen Land zu versorgen, es in einem zweiten Schritt darum gehen wird, Geflüchtete im Neustädter Stadtgebiet angemessen und gastfreundlich unterzubringen.

Menschen sollen nicht in Sammelunterkünften wohnen

Ende März kamen die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine in Neustadt in Holstein an. Die Ordnungsbehörde der Stadt ist mit ihrem erfahrenen und engagierten Team dabei, Wohnraum zu organisieren, um den Menschen einen geeigneten Zufluchtsort zu bieten. Sie sollen möglichst nicht in großen Sammelunterkünften untergebracht werden. Darüber hinaus soll möglichst vermieden werden, öffentliche Einrichtungen wie zum Beispiel Turnhallen und Schulen zu sperren. Problematisch dabei ist, dass der Wohnungsmarkt in Neustadt in Holstein regelrecht erschöpft ist und die Stadt daher nach anderen Möglichkeiten zur Unterbringung der Geflüchteten im ganzen Stadtgebiet sucht.

Aktuelle Planungen mit Tiny Häusern - ein Zuhause für Kriegsflüchtlinge

Die Stadt muss momentan alle Register ziehen, um ihrer kommunalen, aber auch menschlichen Verpflichtung nachzukommen. „Keiner weiß, was auf unsere Stadt zukommt, wir möchten aber vorbereitet sein, um genug Unterkünfte zur Verfügung stellen zu können“, so Bürgermeister Mirko Spieckermann. „Daher wollen wir sogenannte Tiny Häuser bestellen. Diese Entscheidung wurde im Hauptausschuss am 6. April getroffen. Die Bestellung wird nun vorgenommen und man rechnet mit einer Lieferfrist von rund fünf Monaten. Standort für die Tiny Häuser ist die Freifläche an der Wiesenstraße, Ecke zum Leuchtturm in Pelzerhaken. Dieses Grundstück gehört der Stadt Neustadt in Holstein und war bislang noch ungenutzt. Es gab verschiedene Gründe für die Entscheidung zum Bestellen von den Tiny Häusern und zum Standort. Zum einen sind diese Häuser aus Massivholz ganzjährig bewohnbar und sehen besser aus als Container. Zum anderen entsprechen sie mehr einem Zuhause und fügen sich mit ihrem Ferienhauscharakter gut in das Ortsbild von Pelzerhaken ein. Auch der Nachhaltigkeitsaspekt kommt hier zum Tragen, da die Einzelgebäude den KfW-55-Standard erfüllen und einem geringen Werteverfall unterliegen, so dass sie bei Nichtnutzung möglicherweise auch wiederverkauft werden können. Das sei aber gerade nicht entscheidend, so Bürgermeister Mirko Spieckermann. „Ich bin froh, dass der Hauptausschuss dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt ist und wir die Bestellung vornehmen können. Das ist auch der Grund warum wir uns schon jetzt an die Öffentlichkeit wenden. Wir wollen auf diesem Weg frühzeitig informieren und an alle appellieren, dass wir uns als gastfreundliche und hilfsbereite Stadt am Meer zeigen. Neustadt in Holstein trägt den Titel „Europastadt“ und wir werden alles dafür tun, dass sich die Geflüchteten bei uns wohl fühlen und sie bei uns ein sicheres Zuhause vorfinden, niemand weiß, wie sich die Lage entwickelt und so sind wir an dieser Stelle gefordert, zusammenzuhalten und uns solidarisch zu zeigen“.

Autor: Andrea Brunhöber