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Blick vom Strandbereich aus in Richtung Hafeneinfahrt mit Düne im Vordergrund
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Nachhaltige Ernährung

Wie bereits unter dem Punkt „Klimabilanz von Lebensmitteln“ beschrieben, ist unsere Ernährungsweise maßgeblich für die steigenden Treibhausgase verantwortlich. Dies gilt besonders für tierische Produkte. Die weltweite Viehzucht verursacht global mehr Emissionen als der gesamte Verkehrssektor zusammen gerechnet, inklusive Flug- und Schiffsverkehr. Darüber hinaus ist sie hauptverantwortlich für die Rodung des Regenwaldes, um Tierfutter anbauen zu können, welches wiederum das Artensterben beschleunigt und verbraucht darüber hinaus eine enorme Menge an Wasser. Doch nicht nur die Haltung von Nutztieren belastet unsere Umwelt. Unser Fischkonsum führt zur weltweiten Überfischung der Meere, bringt die biologische Vielfalt ins Ungleichgewicht, was wiederum Korallensterben und Erhitzung der Ozeane begünstigt.

Doch unser Konsum tierischer Produkte hat nicht nur gravierende ökologische, sondern auch soziale Folgen. So fällt es mit der ansteigenden Weltbevölkerung zunehmend schwieriger allen Menschen ausreichend Nahrung zur Verfügung zu stellen. Bereits heute wird ein Großteil der Ackerflächen zum Anbau von Tierfutter genutzt, anstatt diese nachhaltig und heimisch zu bewirtschaften.

Dass es jedoch möglich ist, die Weltbevölkerung langfristig ernähren zu können und dabei auch noch die ökologischen Auswirkungen zu dezimieren, zeigt die „Planetary Health Diet“. Dieser Speiseplan, der die Gesundheit des Menschen und des Planeten gleichermaßen schützt, wurde 2019 in einem Report der EAT-Lancet-Kommission veröffentlicht. Der Kommission gehören 37 Wissenschaftler aus 16 Ländern an, die aus den Bereichen Gesundheit, Agrar- und Politikwissenschaft, Klimaforschung und Nachhaltigkeit kommen. Ziel war es eine wissenschaftliche Grundlage für einen Wandel des globalen Ernährungssystems zu schaffen. Der Bericht zeigt, dass bis zum Jahr 2050 etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde gesund ernährt werden können, ohne den Planeten zu zerstören. Dafür müsste der Konsum von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen ungefähr verdoppelt werden, der Verzehr von Fleisch und Zucker dagegen halbiert. Zusätzlich zur der veränderten Ernährungsweise müsste die Lebensmittelproduktion verbessert und Lebensmittelabfälle reduziert werden.

Laut dem Report ist es somit nicht erforderlich komplett auf tierische Produkte zu verzichten und auf eine vegane Ernährungsweise umzusteigen. Der Schlüssel zum Erfolg lautet: Flexitarier. Soll bedeuten, dass grundsätzlich alles konsumiert werden darf, jedoch nur in den Maßen, dass die Ressourcen für alle Menschen auf der Welt gleichermaßen ausreichen und die Umwelt nicht belastet wird. Die folgende Grafik zeigt, wie wir Deutschen derzeit Lebensmittel konsumieren.

Der Speiseplan müsste jedoch wie folgt aussehen:

  • Gemüse als Hauptbestandteil jeder Mahlzeit
  • 232 Gramm Vollkornprodukte, 75 Gramm Hülsenfrüchte und 50 Gramm Nüsse pro Tag
  • 250 Milliliter Milch pro Tag (etwa eine Käsescheibe)
  • Ein Ei und ein Hähnchenbrustfilet sowie 200 Gramm Fischfilet und 196 Gramm Rindersteak pro Woche

Weitere Informationen liefert das Bundeszentrum für Ernährung. Den vollständigen Report der Planetary Health Diet finden Sie hier