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Blick auf das Binnenwasser bei Sonnenuntergang. Der angrenzenden Fußweg und der hieran angrenzende Anlegesteg sind leicht mit Schnee bedeckt.
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Modekonsum

Wir tun es ständig, überall und dank digitalem Zeitalter sogar online rund um die Uhr – Shoppen! Mehr als 1/3 unseres jährlichen CO2-Fußabdrucks geht damit zu Lasten unseres Konsum- und Shoppingverhaltens – die Herstellung, Entsorgung und das Recycling von Produkten mit einkalkuliert.

Zum Konsum zählt hier Kleidung, genauso wie Elektronik und alle möglichen Gegenstände des täglichen Bedarfs. Da unser moderne Lifestyle neben neuesten technischen Errungenschaften vor allem durch unser Modeverhalten geprägt wird, wird im Folgenden der Schwerpunkt auf den Konsum von Kleidung gelegt.

Hierzu zunächst ein paar Fakten:
Produktion neuer Kleidung hat sich in den letzten 15-20 Jahren mehr als verdoppelt. Durch immer schneller wechselnde Trends wird dem Verbraucher suggeriert, dass man ständig neue und moderne Kleidung braucht. So kaufen wir allein in Deutschland 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr (Unterwäsche und Socken nicht mit einkalkuliert). Dabei haben wir bereits weitaus mehr Klamotten als wir benötigen, sodass wir ca. 40% der Kleidung in unserem Kleiderschrank selten oder nie tragen. Und während das Angebot an Kleidung in den Geschäften steigt, nimmt die Qualität und damit einhergehend die Lebensdauer zunehmend ab. So landet die Hälfte unserer Kleidung nach drei Jahren im Müll. Anders als beim herkömmlichen Hausmüll werden Textilprodukte bislang kaum recycelt. Weltweit wird weniger als ein Prozent des für die Textilproduktion eingesetzten Materials erneut für die Herstellung von Kleidung wiederverwendet. Rund achtzig Prozent der global anfallenden Altkleider werden verbrannt oder landen auf Deponien. Rund zwanzig Prozent werden für die Herstellung von beispielsweise Putzlappen oder Dämmstoffen aus Altkleidung verwendet.

Das Problem dieses schnelllebigen Modekonsums liegt jedoch nicht nur in der weggeschmissenen Kleidung, sondern auch vor allem in der Produktion.

Außerdem ist Kleidung aus Chemiefasern mit dafür verantwortlich, dass Mikroplastik im Abwasser und somit in Meeren und Flüssen landet. Dieses gelangt durch die Nahrungsaufnahme in Tiere und so wiederum in unsere Nahrungsmittel und unseren Körper.

Doch „Fast Fashion“ hat nicht nur globale Umweltauswirkungen, sondern gleichermaßen gravierende soziale Folgen. In vielen Produktionsländern arbeiten Näherinnen unter unmenschlichen Bedingungen für wenig Lohn und mangelnder Arbeitssicherheit. Zudem belasten Farben und weitere Chemikalien das Abwasser in den Produktionsländern, die oftmals nicht über entsprechende Kläranlagen verfügen. Globale soziale Ungleichheiten werden durch unseren Lebensstil weiter vorangetrieben und verschärft.

Zu dieser Entwicklung haben wir als Verbraucher*in maßgeblich beigetragen. Dies wiederum bedeutet jedoch auch, dass es an uns liegt, die derzeitige Modeindustrie zu hinterfragen und durch Umstellung des eigenen Konsumverhaltens nachhaltiger zu gestalten. Hier ein paar Ansätze:

  1. Beim Kauf eines neuen Kleidungsstückes sollte man sich fragen: Brauche ich das wirklich?
  2. Wenn ja, auf Qualität und hochwertige Verarbeitung achten. So hat das Kleidungsstück (in der Regel) eine höhere Lebensdauer!
  3. Auf nachhaltige Textil-Siegel achten, z.B. das Siegel "Global Organic Textil Standards" – kurz GOTS gewährleistet die Einhaltung von Umwelt- und Sozialvorschriften entlang der Produktionskette.
  4. Alternativ zum Neukauf: Secondhand kaufen oder Kleidung mit Freunden tauschen!
  5. Ausgediente Kleidung kann – wenn gut erhalten – auf unterschiedlichste Weise gespendet werden, statt direkt in den Müll zu wandern:

Auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheitsind weiterführende Informationen erhältlich.