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Panoramablick von der Wasserseite aus gesehen auf das Neustädter Strandbad mit grünenden Bäumen im Hintergrund an einem warmen, sonnigen Frühlingstag
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Klimabilanz von Lebensmitteln

Bereits bei dem Thema „Nachhaltig Einkaufen“ wird erwähnt, dass nach Möglichkeit saisonales sowie regionales Obst und Gemüse gekauft und der Fleischkonsum reduziert werden sollte. Dies hat nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern ist gleichzeitig auch gut für das Klima.

Dies liegt daran, dass jedes einzelne Lebensmittel seine individuelle Entstehungsgeschichte hat, die sich entweder positiv oder negativ auf Mensch und Umwelt auswirkt. Die Klimabilanz unserer Lebensmittel hängt dabei nicht einzig und allein von dem Produkt selbst ab. Teilweise sind die Produktionsbedingungen und benötiger Flächenanbau für das Produkt, sowie Herkunft und Transport, als auch Jahreszeit und Verpackung sogar entscheidender als der Inhalt. 

Unter Berücksichtigung dieser ganzen Kriterien lässt sich ermitteln, wie viel von den Treibhausgasen Kohlendioxid, Lachgas und Methan, welche als Kohlendioxid-(CO2)-Äquivalente zusammengefasst werden, bei der Produkterzeugung entstehen.

So haben exotische Früchte wie etwa Mangos den Nachteil, dass sie einen langen Transportweg haben, welcher häufig mit dem Flugzeug zurückgelegt wird. Eine ähnlich schlechte Klimabilanz haben jedoch auch heimische Produkte wie zum beispiel Tomaten, wenn diese außerhalb der Saison in beheizten Treibhäusern angebaut werden. Anders mit in Deutschland angebautem Obst und Gemüse, welches abseits der Erntezeit zwar durch die Lagerung in Kühlhäusern höhere CO2-Werte hat als saisonale Waren, jedoch immer noch besser abschneidet als importierte Ware.

Doch Obst und Gemüse schneiden im Lebensmittelvergleich noch entsprechend gut ab. Anders sieht das bei Fleisch, Butter sowie weiteren Tier- und Milchprodukten aus. Das liegt an dem viel höheren Verbrauch an Wasser und Energie im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln. Über die Produktionsbedingungen hinaus gibt es zudem noch weitere Faktoren, die es mit zu berücksichtigen gilt. Einer davon ist, dass Kühe beim Verdauen rülpsen und dabei Methan freisetzen. Die weltweit 1,3 Milliarden Kühe geben dabei täglich 300 Liter Methan in die Luft ab, welches 25-mal klimabelastender ist als CO2. Ein anderer ist das nötige Tierfutter, welches meist aus importiertem Soja besteht und in Südamerika auf riesigen Monokulturplantagen angebaut wird. Bei Milchprodukten ist der hohe Fettanteil ein Problem, weil hier eine enorme Menge an Milch zur Gewinnung von Fett benötigt wird. 

Unsere Ernährungsgewohnheiten tragen somit erheblich zur globalen CO2-Belastung des Klimas bei, beanspruchen Boden und Grundwasser und lassen Tierwohl und Menschenrechte außer Acht. Um langfristig und vor allem nachhaltig (also sowohl ökonomisch, als auch ökologisch und sozial verträglich) eine ausgewogene Ernährung aller Menschen und die Gesundheit der Erde gewährleisten zu können, bedarf es einer Umstellung bzw. Anpassung bisheriger Gewohnheiten. Dies gelingt durch Hinterfragen der konsumierten Lebensmittel, Ausprobieren von Alternativen und Sensibilisierung für das Thema im Allgemeinen.

Ein Anfang könnte beispielsweise der Fokus auf saisonalem und regionalem Obst und Gemüse sein. Hier können Saisonkalender als Unterstützung dienen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl zum Herunterladen:

Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung (auch als App erhältlich) 
Saisonkalender Nachhaltiger Warenkorb
Saisonkalender Utopia

Detaillierte Hintergrundinformationen zu dem umfangreichen Thema finden Sie auf der Seite der Verbraucherzentrale, dem Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg, der Bundeszentrale für Ernährung sowie dem Informationsheft  der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Entwicklung „Mein Essen - Unser Klima“.