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Blick vom Strandbereich aus in Richtung Hafeneinfahrt mit Düne im Vordergrund
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Plastik: Recycling und Vermeidung

In Deutschland wurde im Jahr 2016 nach offiziellen Angaben der Bundesregierung 45 % der anfallenden Kunststoffabfälle recycelt. Die inoffizielle Recyclingquote ist jedoch deutlich niedriger. Das liegt daran, dass das gesamte Plastik, welches bei den Recyclingunternehmen angelieferte wird, erfasst wird, nicht aber die tatsächliche Quote der am Ende recycelten Kunststoffe.

Tatsächlich werden nur rund 15,6 % des verbrauchten Plastiks recycelt. Dies hängt unter anderem mit der Zusammensetzung der Kunststoffverpackungen zusammen. Diese bestehen meist nicht nur aus einer Sorte Plastik, sondern aus verschiedenen, was das Recyceln erschwert oder sogar unmöglich macht. Daher wird nahezu der gesamte Rest, der nicht in Deutschland recycelten Kunststoffe, entweder in Verbrennungsöfen verbrannt oder ins Ausland verschifft. In 2017 wurden von den 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen 710.000 Tonnen in das Ausland exportiert. Deutschland ist damit, nach Japan und den USA, der Drittgrößte Exporteur von Plastikmüll. Das Problem hierbei ist, dass für die meisten Kunststoffabfälle keine Nachverfolgung besteht, sodass nicht bekannt ist, ob die Abfälle recycelt, verbrannt oder deponiert werden. Zudem findet die „Entsorgung“ meist unter für Mensch und Umwelt fragwürdigen Bedingungen statt.

Den allergrößten Teil der anfallenden Kunststoffabfälle machen Einwegprodukte und Verpackungen aus.

Dies erklärt, warum die Vermeidung von Kunststoffen in Gesellschaft und Politik zunehmend thematisiert wird. Immer mehr Verbraucher versuchen ihren Plastikkonsum bewusst zu reduzieren oder ganz auf Kunststoff zur verzichten, sodass sich der Begriff „Plastikfasten“ bereits fest etabliert hat. Auch die Politik nimmt sich dem Thema an und hat für 2021 ein EU-weites Verbot von Einweg-Kunststoffartikeln erlassen. Dies betrifft unter anderem Einwegbesteck aus Kunststoff, Einweg-Plastikteller und Strohalme aus Plastik. Zudem hat die Bunderierung kürzlich ein Plastiktütenverbot in deutschen Supermärkten ab 2022 erlassen. 84% der Deutschen halten diese Verbote jedoch für nicht ausreichen und würden sich weitere Verbote wünschen.

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Auch wenn es hier zur Aufgabe der Politik zählt entsprechende Verbote zu erlassen und Maßnahmen zu ergreifen, kann jeder einzelne Verbraucher durch mehr Achtsamkeit im Alltag seinen Beitrag dazu leisten. Etwa durch vor Ort Verzehr statt to-go, nachfüllen statt neu kaufen, lose statt verpackt und langlebige statt einmal-Produkte.

Weitere Artikel mit vielen Anregungen für weniger Plastik im Alltag finden Sie auf folgenden Internetseiten:

Quelle: BUND Plastikatlas (2019)