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Zeichnung mit fünf Strichmäänchen. Diese sitzen um einen runden Tisch. Die Leitung hat ein Strichm&amul;nnchen in der Mitte, welches eine Brille auf der Nase und einen Laptop vor sich stehen hat. Die anderen Strichmännchen haben lediglich ein Stück Papier und einen Stift vor sich liegen oder in Benutzung.
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Vorlage - VO/1768/17-1  

Betreff: 32. Änderung des FNP und B-Plan Nr. 84 (Wohnmobilstellplatz Rettin)
hier: Prüfergebnis über Kosten
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
  Bezüglich:
VO/1768/17
Federführend:32 Abteilung für Planen, Bauen, Umwelt Bearbeiter/-in: Rieger, Conrad
Beratungsfolge:
Bau- und Planungsausschuss Zur Kenntnis
19.09.2017 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Bau- und Planungsausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt:

Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob die von der CDU Fraktion vorgetragenen Berechnungen, bezüglich möglicher Mehrkosten für den Standort West für den Wohnmobilstellplatz in Rettin, zutreffend sind. Die Berechnungen der CDU Fraktion gehen von tatsächlichen Mehrkosten in Höhe von rund 600 € je Stellplatz aus. Begründet wird dies damit, dass

 

  1. der Untergrund an egal welchem Standort in einer bestimmten Stärke hergestellt werden muss,
  2. mithilfe eines Geotextils bzw. Geogitter oder –flies ausreichend Tragfähigkeit erreicht werden kann.

 

Die Verwaltung hat anhand einer Geländemodellierung die Massen für die Herstellung eines (konventionellen) Stellplatzes ermittelt (siehe dazu die anliegende Massenberechnung und Schnitte – nur digital). Es zeigt sich, dass das Geländeniveau ein Gefälle Richtung Westen aufweist. Um die vorgegebene Höhe von 0,9 m über NN zu erreichen ist vorerst tatsächlich anzunehmen, dass es nicht erforderlich ist, mehr zusätzlichen Boden einzubringen, als es an anderen Standorten notwendig wäre. Es könnte sogar davon ausgegangen werden, dass der Standort kostengünstiger ist, da das Gelände überwiegend eine ausreichende Höhe zur Befüllung hat und nicht zusätzlich ausgekoffert werden müsste. Das Volumen von Bodenaushub und anzufüllendem Boden ist in etwa gleich.

 

Diese Überlegungen beziehen jedoch nicht die tatsächlichen Baugrund- und Gründungs­verhältnisse mit ein. Die Überlegungen gehen davon aus, dass die Planumstragfähigkeit in ausreichendem Umfang gegeben ist oder durch ein Geotextil bzw. Geogitter oder –flies hergestellt werden kann. Dies entspricht jedoch nicht der gegebenen Situation. Im Bereich des geplanten Wohnmobilstellplatzes wurde sehr gering bis gering belastbarer und stark setzungsempfindlicher Torf gefunden. Dieser befindet sich in einer Tiefe von 1,5 m bis 3,2 m unter NN und hat eine Mächtigkeit von 70 cm bis 210 cm.

 

Der 2016 erstellte Geotechnische Bericht (siehe Anlage) sieht für die Herstellung des Wohnmobilstellplatzes drei mögliche Gründungsvarianten vor:

 

  1. Bodenaustausch; vollständiger Austausch der Torfe gegen Sande oder Kiese.
  2. Spezialgründung mit teilvermörtelten Stopfsäulen bzw. mit Geotextil ummantelten Sandsäulen.
  3. Gründung ohne Baugrundverbesserung; dies bedeutet, dass zusätzlich auf der Geländeoberkante tragfähigkeitserhöhende Kiessande in einer Stärke von 40/60 cm bis 100/120 cm notwendig sind. Durch diesen zusätzlichen Einbau würde erst das Planum hergestellt werden. Der weitere Aufbau würde auf dieser Basis folgen. Bei Verwendung eines Geogitters könnte die Stärke der Kiessande um 10/20 cm bis 30 cm abgemindert werden.

 

Diese drei Varianten zeigen, dass gegenüber jedem anderen Standort mit ausreichender Planumstragfähigkeit zusätzliche Kosten entstehen. Auch bei der Verwendung eines Geogitters mit angenommenen Kosten von 30.000 € sind zusätzlich zwischen 4.500 bis 7.000 m³ tragfähigkeitserhöhende Kiessande zu verwenden. Bei ca. 20 €/m³ sind dies 90.000 bis 140.000 €, zusammen mit dem Geogitter rund 2.450 bis 3.470 € Mehrkosten je Stellplatz (bei 7.000 – 10.000 € Kosten je Stellplatz - ohne Sanitärgebäude). Zudem warnt der Bericht, dass bei einfachem Anfüllen des Geländes Unebenheiten dennoch auftreten werden.

 

Da mit der beschriebenen Anfüllung des Geländes bei einer Gründung ohne Baugrund­verbesserung der Wohnmobilstellplatz jedoch deutlich über dem jetzigen Geländeniveau liegen würde – was insbesondere im Bereich der Anschlussstellen an den vorhanden Weg weitere Probleme erzeugen würde – ist davon auszugehen, dass zusätzlich Boden ausgekoffert werden müsste. Diese Kosten wären ebenfalls als zusätzliche Kosten einzustellen.

 

Die Verwaltung hat nicht die Kosten für einen vollständigen Bodenaustausch oder eine Spezialgründung geprüft, da davon auszugehen ist, dass diese über den Kosten für eine zusätzliche Aufschüttung liegen.

 

Als Prüfergebnis kann festgehalten werden, dass die Berechnungen der CDU Fraktion bezüglich der Massen und der daraus resultierenden Kosten für einen üblichen Aufbau zutreffend sind, ebenso wie die angenommenen Kosten für ein Geotextil. Nicht zutreffend ist die Schlussfolgerung der Gesamtkosten bzw. Zusatzkosten je Stellplatz, da die Gründungs­verhältnisse nicht ausreichend beachtet wurden (da diese eventuell auch nicht bekannt waren). Aufgrund der geringen Tragfähigkeit des Untergrundes ist der zusätzliche Einbau von tragfähigkeitserhöhenden Kiessanden und eines Geogitters erforderlich, was zu Mehrkosten in Höhe von ca. 2.500 – bis 3.500 € je Stellplatz führt.


Beschlussvorschlag:

Das Prüfergebnis wird zur Kenntnis genommen.  


Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Ja: 

Nein: X

 

Gesamtausgaben:

Folgekosten:

Mittel stehen zur Verfügung:

ja:

Bei Haushaltsstelle:

 

nein:

Deckungsvorschlag:

Bemerkungen:

 

 


Anlage/n:

Massenberechnung und Schnitte (nur digital)

Geotechnischer Bericht

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Massenberechnung und Schnitte (1336 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Geotechnischer Bericht (3856 KB)      
Stammbaum:
VO/1768/17   32. Änderung des FNP und B-Plan Nr. 84 (Wohnmobilstellplatz Rettin) hier: Standortverlegung für die Planung   32 Abteilung für Planen, Bauen, Umwelt   Vorlage öffentlich
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