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Vorlage - VO/1112/14  

Betreff: Ausbau der Kinderbetreuung "Ü3"
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Federführend:2 Amt für gesellschaftliche Angelegenheiten Beteiligt:3 Bauamt
Bearbeiter/-in: Raloff, Klaas   
Beratungsfolge:
Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten Vorberatung
18.03.2014 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten geändert beschlossen   
Bau- und Planungsausschuss Vorberatung
20.03.2014 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Bau- und Planungsausschusses geändert beschlossen   
Hauptausschuss Vorberatung
02.04.2014 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Hauptausschusses geändert beschlossen   
Stadtverordnetenversammlung der Stadt Neustadt in Holstein Entscheidung
03.04.2014 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Neustadt in Holstein geändert beschlossen   

In Neustadt in Holstein gibt es 5 Kindertagesstätten mit insgesamt 330 Betreuungsplätzen für Kinder im Alter von 3-6,5 Jahren (Ü 3)

Sachverhalt:

In Neustadt in Holstein gibt es 5 Kindertagesstätten mit insgesamt 330 Betreuungsplätzen für Kinder im Alter von 3-6,5 Jahren (Ü 3). Die Versorgungsquote beträgt 92,6 %.

 

Nachdem der gestiegene Bedarf im vergangenen Jahr durch die Umwandlung eines Steinpavillons mit angebauten Containermodulen an der Gemeinschaftsschule befriedigt werden konnte, hat der Abgleich der Anmeldelisten unter den Kindergartenleitungen nun erneut einen Fehlbedarf ergeben. Zum Sommer diesen Jahres wurden 122 Kinder angemeldet, während nur 108 Kinder eingeschult werden. Es ist somit für 14 angemeldete Kinder kein Ü3 Platz vorhanden. Hinzu kommen noch 7 Kinder, mit denen die Gruppen bisher schon überbelegt sind. Insgesamt sind also kurzfristig Plätze für eine Gruppe von 21 Kinder zu schaffen.

Zudem befindet sich eine Gruppe (Möwengruppe) im Keller der Kita Am Wasserturm, die dort in 2006 als Provisorium im ehemaligen Hortraum eingerichtet wurde und den Anforderungen nur sehr mäßig entspricht. Elterngespräche erfolgen seither in einem Container auf dem Außengelände. Insgesamt ist der Kindergarten am Wasserturm mit sechs Gruppen räumlich überbelegt.

 

Aus diesem Grunde sind Räumlichkeiten für insgesamt zwei Gruppen zu schaffen.

 

Der Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen ist eine neustädter Besonderheit. In den anderen Kommunen des Kreises sind die Zahlen schon länger rückläufig.

Zur Einschätzung, wie der Bedarf an Kindergartenplätzen längerfristig ausfallen wird, hat die Verwaltung eine vertiefte Betrachtung vorgenommen. Herangezogen wurden die Kindertagesstättenbedarfsplanung des Kreises Ostholstein, das Melderegister, die kleinräumige Bevölkerungsprognose von GGR (Stand  2013) und der Einfluss des Baugebietes Lübscher Mühlenberg

  1. Die Bedarfsplanung des Kreises Ostholstein (Stand 11.10.2013) geht für das Kindergartenjahr Jahr 2014 von 89 Geburten und 353 Kindern (3-6,5 Jahre) in Neustadt aus. Diese Zahlen basieren jedoch auf einem älteren Datenbestand.
  2. Laut Melderegister wurden in Neustadt von Januar 2008 bis Juli 2011 (3-6,5 Jahre/ Kindergartenjahr 2014) insgesamt 376 Kinder geboren. (Im fünfjährigen Mittel sind es 98,4 Kinder jährlich) 
  3. Die eigens für Neustadt erstellte Bevölkerungsprognose von GGR geht von

101,3 Geburten in 2012, 99,5 Geburten in 2013 und 97,6 Geburten in 2014 aus (Durchschnitt 99,5 Kinder), insgesamt rund 350 Kindern im Alter von 3-6,5 Jahren für das Kindergartenjahr 2017.

  1. Eine planerische Herausforderung stellt das Baugebiet Lübscher Mühlenberg dar. In der kleinräumigen Bevölkerungsprognose kommt dieser Einfluss erst langfristig zum Tragen, da der Zuzug hier über den Prognosezeitraum bis 2025 linear gestreckt wird. Nach Einschätzung der Verwaltung ist jedoch davon auszugehen, dass der Bezug nach der Erschließung deutlich schneller erfolgt. Insofern ist eine Abschätzung vorzunehmen, wie viele Kinder in das Baugebiet ziehen werden, genaugenommen wie viele davon aus dem Umland stammen. Hierzu wurden die Einwohnerdaten des Baugebietes Sonnenkoppel und des Baugebietes Mastkobener Weg ermittelt  und ins Verhältnis zu den Grundstücken am Ostring gesetzt.

 

Im Ergebnis dürften ca. 1/3 der künftigen Einwohner/innen am Lübschen Mühlenberg Neubürger sein, während 2/3 schon zuvor in Neustadt gemeldet waren. Diese Betrachtung wird auch durch die Firma Gollan bestätigt.

 

Der 1. Bauabschnitt besteht aus 86 Einzelhausgrundstücken, hier ist mit 7 zusätzlichen Kindergartenkindern zu rechnen, die ab 2015 voraussichtlich in einem Zeitraum von 3-5 Jahren zuziehen werden.  Der zweite Bauabschnitt besteht aus 57 Einzelhausgrundstücken, die in den Folgejahren erschlossen und bebaut werden sollen. Hier ist mit weiteren 4 Kindern zu rechnen. Nicht abzuschätzen ist derzeit, wann und wie viele Wohnungen im Geschosswohnungsbau bezogen werden können. Unterstellt man hier 120 Wohneinheiten, kommen irgendwann noch einmal 9 Kinder hinzu. Unklar bleibt auch, wie schnell und von wem die in der Folge in Neustadt freiwerdenden Wohneinheiten bezogen werden. Legt man für diese Zweidrittel den Durchschnitt der Gesamtbevölkerung zugrunde, ergibt sich für den 1. Bauabschnitt ein weiterer Nachzug von außerhalb in einer Größenordnung von 3,08 Kindern im Kindergartenalter (0,88 Geburten/ Jahr).  

 

 

 

 

 

 

 

Im Ergebnis werden folgende Zahlen einer Kindergartenbedarfsplanung zugrunde gelegt:

 

Kiga Jahr

EMA

Kreis-planung

 

Prognose GGR

Lübscher Mühlenberg

Nachzug

Planzahl

Bedarf bei 92,6% Inanspruchnahme

2013

364

341

 

 

 

364

337

2014

376

353

 

 

 

376

348

2015

372

337

 

7         1. BA

3

382

353

2016

351

336

 

7         1. BA

3

361

334

2017

 

326

350

7         1. BA

3

360

333

2018

 

311

344

4         2. BA

2

350

324

2019

 

305

338

4         2. BA

2

344

319

2020

 

298

332

4         2. BA

2

338

313

2021

 

 

327

 

 

 

303

2022

 

 

321

 

 

 

297

2023

 

 

317

 

 

 

294

2024

 

 

312

 

 

 

289

2025

 

 

308

 

 

 

285

 

Die Geburtenzahlen sind nach der Bevölkerungsprognose langfristig insgesamt rückläufig. Ein Engpass tritt in den Jahren 2014 und 2015 ein. Danach geht die Prognose von einer Entspannung der Situation aus. Die Geburtenzahlen an sich sind kontinuierlich rückläufig. Der aktuelle Engpass ist Folge eines geburtenstarken Jahrgangs.  Die größte Unwägbarkeit stellt die Zuwanderung nach Neustadt in Holstein dar, die auch nur bedingt prognostiziert werden kann:

 

-          Die Kinderzahlen haben sich in Neustadt in Holstein auch in der Vergangenheit gegen den Trend entwickelt.

-          Die großen Arbeitgeber der Stadt werden auch zukünftig junges Personal einstellen, welches statistisch nur bedingt berücksichtigt wird.

-          Die Inklusion wird tendenziell zu größerem Raumbedarf bzw. kleineren Gruppen führen.

-          Bisher konnten ausschließlich Kinder aufgenommen werden, die auch in Neustadt gemeldet waren. Es fragen jedoch immer wieder Eltern an, die in Neustadt arbeiten und ihre Kinder gerne hier anmelden würden.

 

Für eine kurzfristige Übergangsphase ist es zwar denkbar, die maximale Belegung der Gruppen auszuschöpfen und ggf. noch einzelne Gruppen mit Sondererlaubnis des Kreises über 22 Kinder hinaus zu belegen. Diese Lösung kann den Kindern und Mitarbeiterinnen aber nur maximal ein halbes Jahr zugemutet werden und hilft keinesfalls über mehrjährige Engpässe hinweg.

 

Es werden daher Räumlichkeiten für zwei Gruppen benötigt, wobei eine Gruppe bereits ab Oktober gebraucht wird, die zweite Gruppe (Ersatz für die Möwengruppe) möglichst zeitnah danach.

Es stellt sich weiterhin die Frage, welche Unterbringungsform zu wählen ist, um den Bedarf abzufangen. Grundsätzlich kommen eine provisorische oder eine dauerhafte Lösung in Frage. Anhand der vorstehenden Tabelle lassen sich verbindliche Aussagen nur zu den bereits geborenen Kindern treffen. Danach beginnt die Prognose, die schon ab 2016 von einem Rückgang der Zahlen ausgeht. An dieser Stelle muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass es eine Reihe von weichen Faktoren gibt, die in der Prognose nicht erfasst wurden, gleichwohl aber einen längerfristigen Bedarf an Kita-Plätzen mit sich bringen können.

 

Lösungsansätze

Zwei Varianten kommen in Frage. In beiden Varianten sind keine Grundstücks-, Erschließungs- und Ausstattungskosten enthalten.

 

 

 

 

Variante 1:             

Neben der Schatzinsel wird der zweite Steinpavillon saniert und ein Verbindungstrakt mit Funktionsräumen zum ersten Steinpavillon gebaut. Der Steinpavillon wird z.Z. von der OGS genutzt. Ein Umzug der OGS in andere Räume der Jacob-Lienau-Schule ist möglich und findet die Zustimmung der Schulleitung. Ein Grundriss des Baukörpers befindet sich in der Anlage.

 

Baukosten des Verbindungstraktes:              465.000 €

Umbau des Steinpavillons:                            120.000 €

Sanitärcontainer als Übergang                 12.000 €

Außenanlagen:                                           105.000 €

Nebenkosten:                                                        135.000 €

Gesamtkosten:                                          837.000 €

(ohne Abbruch, Leitungen im Bestand und evtl. Umlegung der Erschließung)

 

Für die Sanierung des Steinpavillons ist eine Förderung aus dem Programm „Energetische Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen“ in Höhe von 80.000 € beantragt worden.

 

Der Vorteil dieser Variante besteht in der Nutzung von Bestandsgebäuden an einem günstig gelegenen Standort. Die Mittagsverpflegung kann in der Mensa angeboten werden. Die Sporthallen der Schule können vom Kindergarten mitgenutzt werden. Hierdurch können die Bewegungsräume im Kindergarten kleiner gehalten werden und auf eine Küche und einen Speisesaal kann verzichtet werden. Ebenfalls ist eine spätere teilweise oder vollständige Nachnutzung durch die Schule denkbar.

Eine kurzfristige Betriebsaufnahme einer Gruppe kann bereits nach Sanierung des Steinpavillons und Aufstellung eines zusätzlichen Sanitärcontainers erfolgen. Für diese Übergangslösung hat der Kreis eine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt. Nach Fertigstellung des Verbindungstraktes entfällt die Miete für die im Vorjahr aufgestellten Container am ersten Steinpavillon (ca. 12.000 € jährlich).

 

Im Hinblick auf die Personalkosten muss in jedem Fall eine viergruppige Kita eingerichtet werden. Die zwei Gruppen der Schatzinsel haben derzeit einen Personalschlüssel von 2,0 Mitarbeitern. Durch den Verbindungsbau wird es möglich, den üblichen Personalschlüssel von 1,5 anzuwenden. Vergleicht man exemplarisch die jährlichen Kosten für die übliche Betreuungszeit von sechs Stunden täglich, ergibt sich folgendes Bild:

 

Kita

Personalkosten

Elternbeiträge

Land/ Kreis

Defizit

2 x 2 Gruppen

360.500 €

-122.000 €

-19.000 €

=  219.500 €

1 x 4 Gruppen

290.000 €

-122.000 €

-19.000 €

=  149.000 €

Differenz

 

 

 

           70.500 €

 

Variante 2

Neubau einer viergruppigen Kita:

 

Baukosten:                                                         860.000 €

Außenanlagen:                                           105.000 €

Nebenkosten:                                           220.000 €

Gesamtkosten:                                     1.155.000 €

 

Für einen Neubau stehen zwei Standorte zur Verfügung.

  • Fläche der ehemaligen Holzbaracken in der Schulstraße
  • Eine Fläche im Baugebiet Lübscher Mühlenberg.

Der Preis des benötigten Grundstücks im Baugebiet würde 144.000

(2.400 qm x 60,00/qm) zuzüglich Nebenkosten betragen.

 

Die vorstehenden Ausführungen machen deutlich, dass ein Neubau, je nach Standort etwa 400.000 € bis 550.000 € teurer wäre als die Erweiterung der Schatzinsel. Aus diesem Grunde empfiehlt die Verwaltung die Variante 1. Die Kosten von 837.000 € werden sich noch um voraussichtlich 80.000 € Förderung und einen Betrag aus dem städtebaulichen Vertrag mit Fa. Gollan reduzieren.

Für die kurzfristige Betriebsaufnahme einer Ganztagsgruppe ab Oktober entstehen für das Jahr 2014 Personalkosten in Höhe von voraussichtlich 33.600 €. Nach Abzug der Elternbeiträge und Zuschüsse verbleiben 18.600 €. Hinzukommen Betriebs- und Ausstattungskosten von 13.100 €, für 2014 insgesamt 31.700 €. Die Kosten der Übergangsgruppe für 2015 sind von der Fertigstellung des Verbindungstraktes abhängig.

 

In diesem Zusammenhang ist noch die Verkehrssituation in der Schulstraße anzusprechen. Zu Recht bemängelt die Schulleitung ein Unfallrisiko durch den Kraftfahrzeugverkehr und die zwischen den Schulteilen wechselnden Schüler. Die Situation ist unabhängig von der Schatzinsel problematisch, wird durch diese jedoch verschärft. Eine Beratung über die Änderung der Verkehrsführung sollte im Bau- und Planungsausschuss erfolgen.

 

1

Beschlussvorschlag:

 

1.)    Auf dem Gelände der ehem. Hochtor-Grundschule (jetzt Jacob-Lienau-Schule) sollen entsprechend der Variante 1 Betreuungsplätze für zwei Kita-Gruppen Ü 3 mit den entsprechenden räumlichen und personellen Voraussetzungen zum Beginn des Kindergartenjahres 2015/2016 geschaffen werden.

 

2.)    Als Übergangslösung für eine Ganztagsgruppe ab Oktober 2014 wird zuerst der zweite Steinpavillon saniert und um einen Sanitärcontainer ergänzt. Das erforderliche Personal ist einzustellen.

 

3.)    Die bisher durch die Schulstraße getrennten Gebäudekomplexe der Jacob-Lienau-Schule sollen durch einen gemeinsamen Schulhof miteinander verbunden werden. Hierzu soll eine Beratung im Bau- und Planungsausschuss erfolgen.

 

4.)    Die erforderlichen Haushaltsmittel werden im Rahmen des 1. Nachtragshaushaltes 2014 bereitgestellt.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Ja:   X

Nein:

 

Gesamtausgaben:

Folgekosten:

Mittel stehen zur Verfügung:

ja:

Bei Haushaltsstelle:

 

nein:  X

Deckungsvorschlag:  Nachtragshaushalt 2014

Bemerkungen:

 

 

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Anlage/n:

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Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Grundriss Erweiterung 06032014 (162 KB)