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Auszug - Küstenschutz und Hochwasserschutz  

Gemeinsame öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Tourismusausschuss und des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses
TOP: Ö 2
Gremien: Tourismusausschuss, Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 26.06.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:23 Anlass: Sitzung
Raum: Haus des Gastes
Ort: Dünenweg 7, 23730 Neustadt in Holstein - Pelzerhaken
VO/2240/19 Küstenschutz und Hochwasserschutz
     
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Federführend:3 Bauamt Beteiligt:5 Tourismus-Service
Bearbeiter/-in: Mittmann, Eckhard   

Einführend präsentiert Herr Heckel mehrere Fotos zum Thema Hochwasser, u.a. die Markierung des Hochwassers von 1872 an einem Gebäude in der Straße Schiffbrücke sowie eine Holzstele, auf der die größeren Hochwasserereignisse der letzten Jahrzehnte dargestellt sind.

Anschließend erläutert Herr Mittmann anhand von zwei Präsentationen die fachlichen Grundlagen und Planungsschritte des von 2009 bis 2013 geplanten Hochwasserschutzes für Pelzerhaken.

Die durch das Büro WTM aus Hamburg 2008 erarbeitete Gefährdungsanalyse für Ostseehochwasser, sollte zunächst die gefährdeten Bereiche innerhalb des Stadtgebietes benennen. Folgende Kernaussagen der Gefährdungsanalyse haben auch heute noch Gültigkeit:

 

  • Ostseesturmfluten sind selten, aber gefährlich (kurze Vorwarnzeiten, hohe Verweildauer)
  • Gebiete unterhalb NN + 3,00 m (heute eher NN + 3,50 m) gelten als potenziell überflutungsgefährdet
  • Der Meeresspiegel steigt stetig (Prognose bis 2100: etwa 20 bis 60 cm höher als heute)
  • Die Extremsturmflut von 1872 (NN + 3,30 m) kann sich wiederholen
  • Strandwälle und Dünen sind nicht erosionssicher
  • Hochwasserschutz wird vom Land Schleswig-Holstein gefördert

 

Faktoren für schwere Sturmfluten und hohe Wasserstände in der Ostsee sind Windstau, Buchtenstau, Badewanneneffekt sowie einströmendes Wasser aus der Nordsee.

Ein hoher Wellenauflauf wird durch die sogenannte Fetchlänge und die Wellenrichtung beeinflusst.

Die Eintrittshäufigkeit von Sturmflutwasserständen wird bezogen auf das Jahr 2100 folgendermaßen erwartet:

 

  • alle 5 Jahre NN + 1,68 m
  • alle 10 Jahre NN + 1,87 m
  • alle 20 Jahre NN + 2,05 m
  • alle 50 Jahre NN + 2,29 m
  • alle 100 Jahre NN + 2,46 m

 

Potenzielle Überflutungsgebiete sind Neustadt (Ost), der Bereich vom NSV-Seglerhafen bis zum Klinikum sowie die auf dem Schwemmlandkegel befindliche Bebauung von Pelzerhaken, einschließlich der Rettiner Wiesen.

Als Schutzkonzepte für Hochwasserlagen gelten Alarmierungs- und Evakuierungspläne, Bauen in erhöhter Lage ( > NN + 3,50 m) sowie vorbeugender baulicher Hochwasserschutz (HWS).

Die Anforderungen an einen baulichen Hochwasserschutz sind:

 

  • Technische Auskömmlichkeit
  • Umweltverträglichkeit
  • Tourismusverträglichkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Akzeptanz
  • Nachhaltigkeit

 

Zusammenfassend kam die Gefährdungsanalyse zu der Empfehlung, dass für den überflutungsgefährdeten Teil der Ortslage Pelzerhaken ein baulicher Hochwasserschutz aus Linienbauwerken, Dünenverstärkungen und einem Binnendeich ratsam sei.

Das erforderliche Schutzniveau wurde aus der Wahl des Bemessungswasserstandes (in diesem Fall NN + 2,50 m für ein 100-jähriges Hochwasser) zuzüglich des ermittelten Wellenauflaufs (1,00 bis 1,50 m) abgeleitet.

Im Rahmen der konkreten HWS-Planung haben die beauftragten Büros Böger & Jäckle aus Henstedt-Ulzburg und Lindemann aus Wilster einen 2,7 km langen Hochwasserschutz für Pelzerhaken geplant, der in 5 Abschnitte unterteilt war:

 

  • Abschnitt A, Länge 330 m, HWS-Wand mit Stahlbetonholm und Findlingsmauer
  • Abschnitt B, Länge 490 m, bis DLRG-Gebäude baugleich mit Abschnitt A; danach HWS-Wand durch anstehenden Sand an- bzw. überdeckt
  • Abschnitt C, Länge 565 m, Deichbauwerk mit seeseitigem Deckwerk durch anstehenden Sand überschüttet
  • Abschnitt D, Länge 418 m, HWS-Wand mit Stahlbetonholm
  • Abschnitt E, Länge 876 m (384 m Spundwand und 492 m Deich), HWS-Wand und anschließendes Deichbauwerk (Schutzniveau NN + 3,00 m da kein Wellenschlag)

 

Die Baukosten für den HWS Pelzerhaken wurden seinerzeit (Januar 2013) auf 7,7 Mio. € geschätzt. Auf Grund der hohen Kosten, des erhöhten Eigenanteils der Stadt Neustadt in Holstein und der teilweisen Tourismusunverträglichkeit der HWS-Anlage, wurde die Planung durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 21.02.2013 eingestellt. 

 

Anschließend bittet Herr Heckel Herrn Stark um weitere Ausführungen zum Thema Küstenschutz/Hochwasserschutz.

Herr Stark bedankt sich für die Gelegenheit zu diesem Thema referieren zu dürfen. Es wird vereinbart, dass die Präsentation zusammen mit der Niederschrift an die Ausschussmitglieder verteilt wird. Während seines Vortrags beantwortet Herr Stark die Fragen eines Kataloges, der ihm vom Bauamt zugesandt wurde.

 

Wer ist für den Küstenschutz/Hochwasserschutz zuständig?

Nach dem LWG gilt zunächst der Grundsatz, dass der Küstenschutz Aufgabe derjenigen ist, die davon Vorteile haben, sofern das LWG nicht ausdrücklich andere dazu verpflichtet. Der Bau und die Instandsetzung der Landesschutzdeiche sowie der Regionaldeiche auf den Inseln und Halligen obliegen dem Land. Alle übrigen Regionaldeiche sind von den Wasser- und Bodenverbänden im Rahmen ihrer satzungsgemäßen Aufgaben oder den Gemeinden zu unterhalten. Für Maßnahmen der Küstensicherung sind entsprechend des LWG diejenigen verantwortlich, in deren Interesse das Vorhaben liegt. Küstensicherungsmaßnahmen werden z.B. von Gemeinden zum Schutz öffentlicher Infrastruktur (Promenaden, Straßen, Gebäude, Ver- und Entsorgungseinrichtungen) oder von sonstigen Dritten, z.B. zum Schutz von privatem Eigentum, durchgeführt.

 

Was bedeutet Bemessungswasserstand?

Bemessungswasserstand ist der Wasserstand, dem ein Deich oder eine HWS-Anlage schadlos standhalten und ein Niederungsgebiet vor Meeresüberflutung schützen können soll. Für den Küstenabschnitt von Neustadt in Holstein beträgt das HW200 (200-jähriges Hochwasser) = 2,40 m NHN.

 

Welche Faktoren spielen beim Bemessungswasserstand eine Rolle?

Die durch Pegel gemessenen Wasserstände. Für die Ermittlung von Statistiken extremer Wasserstände, wozu auch die Ermittlung der Referenzwasserstände gehört, werden Zeitreihen verwendet, die den höchsten Wasserstand eines Jahres abbilden. Um die Verteilung dieser Zeitreihen darstellen zu können, werden Wahrscheinlichkeitsfunktionen angewendet. Der Klimazuschlag (0,5 m) entspricht dem Mittelwert der vom UNO-Klimagremium (IPCC 2007) veröffentlichten globalen Meeresspiegelprojektionen von 0,2 bis maximal 0,8 m für den Zeitraum 1990 bis 2100.

 

Was bedeutet Klimazuschlag im Zusammenhang mit Hochwasserschutz?

Vorausschauende Anpassung der HWS-Anlagen an den prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels.

 

Gibt es vom Land (MELUND) Fördermittel für Hochwasserschutz und wie hoch sind die Förderquoten?

HWS-Maßnahmen sind grundsätzlich im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ unter Beachtung der Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit förderfähig. Die maximale Förderhöhe ist 90 %. Für die HWS-Planung hat die Stadt Neustadt in Holstein bereits in 2010 Fördermittel in Höhe von rund 150 T€ erhalten.

 

Was ist der Unterschied zwischen Küstenschutz und Hochwasserschutz und wo gibt es Schnittmengen der beiden Begriffe?

Der Küstenschutz umfasst den Küstenhochwasserschutz und die Küstensicherung. Unter Küstenhochwasserschutz ist der Schutz der Niederungsgebiete vor Meeresüberflutungen durch den Neubau, Verstärkung und Unterhaltung von Deichen und sonstigen HWS-Anlagen zu verstehen. Küstensicherung umfasst dagegen die Sicherung der Küsten gegen Uferrückgang und Erosion durch den Neubau, Verstärkung und Unterhaltung von Buhnen oder Deckwerken sowie durch andere geeignete Maßnahmen.

 

Können vorhandene Unterlagen und Studien zum Hochwasserschutz bei einer Neuplanung wieder genutzt werden oder sind sie nicht mehr aktuell genug?

Grundsätzlich ja, sie sind aber im Rahmen der Neuplanung auf Aktualität zu überprüfen.

 

Ab welcher Höhe über NN spricht man von hochwassersicher?

Das ist davon abhängig, wieviel HWS der jeweilige Vorteilhabende wünscht. In Bezug auf den Landesschutzdeich-Schutzstandard wären das 2,40 m NHN (ohne Wellenschlag).

 

 

Wird es wegen Baugebieten im Hochwasser gefährdeten Bereich eine Fiktivtrasse geben müssen?

Ist bereits Bestandteil der alten Planung gewesen.

 

Kann eine Hochwasser-Schutzanlage in eine Düne integriert werden oder ist Hochwasserschutz hinter dem Dünengürtel sinnvoller?

Grundsätzlich ist die Integration einer HWS-Anlage in eine Düne möglich (Beispiel Scharbeutz). Eine generelle Aussage zur Zulässigkeit und Sinnhaftigkeit kann jedoch nicht getroffen werden. Zur Findung der „optimalen“ Lösung ist immer eine Einzelfallbetrachtung erforderlich.

 

Muss zwingend ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden und wenn ja warum?

Ja! Für den (Neu-)Bau von Deichen ist wasser- und küstenschutzrechtlich die vorherige Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens vorgeschrieben. Die Herstellung von HWS-Anlagen bedarf insbesondere einer Genehmigung nach Küstenschutz- und Naturschutzrecht sowie ggfs. Weiterer fachrechtlicher Zulassungen.

 

Was bedeutet Badewanneneffekt?

Obwohl an der Ostseeküste der Tidenhub kaum spürbar ist, kann es auch hier zu Hochwasser kommen. Ursache sind hier der Wind sowie der sogenannte Rückschwappeffekt (bei Winden aus westlicher Richtung wird das Wasser von der  Küste weggetrieben und „staut“ sich in der östlichen Ostsee. Nach dem Abflauen des Windes oder einer Winddrehung „schwappt“ dann dieser „Wasserberg“ zurück Richtung Westen und führt an der deutschen Ostseeküste zu erhöhten Wasserständen), auch Badewanneneffekt genannt.

 

Welches Hochwasser soll abgehalten werden? Ein 100-jähriges oder ein 200-jähriges?

Der Landesschutzdeich-Schutzstandard (entspricht dem HW200) ist nur dann erforderlich, wenn die Gemeinde damit aus dem in Hochwasserrisikogebieten geltenden Bauverbot gemäß § 80 LWG „raus“ will.

 

Ist es aus heutiger Sicht sinnvoll eine Ausbaureserve beim Hochwasserschutz einzuplanen?

Ja, für Landesschutzdeiche wird ein Klimazuschlag in Höhe von 0,5 m eingeplant.

 

Wie kann eine Ausbaureserve bei einer Spundwand oder Hochwassermauer aussehen?

Beispielsweise durch Berücksichtigung einer höheren Belastung, wie sie sich infolge einer evtl. späteren Aufstockung/Erhöhung ergeben würde, bei der originären Bemessung der Anlage.

 

Kann ein schmaler Dünengürtel einen dauerhaften Hochwasserschutz sicherstellen?

Nein! Hier wäre dauerhaft ein erhöhter Unterhaltungsaufwand zur Wiederherstellung von infolge Sturmflutwirkung erodierten Dünen erforderlich.

 

 

Wird das Land im Rahmen der Klimafolgenanpassung auch für die Ostsee eine Untersuchung beauftragen bzw. eine Handlungsempfehlung aussprechen?

Ja.

 

Ist eine Gemeinde verpflichtet einen Hochwasserschutz zu bauen?

Nein, aber wenn gemeindliche Entwicklungsplanung betrieben wird, ist dabei auf jeden Fall auch immer das Hochwasserrisikomanagement durch die Gemeinde zu beachten.

 

Darf ein FFH-Gebiet für den Bau einer Hochwasserschutz-Anlage beeinträchtigt werden?

Grundsätzlich: Nein! Jede Maßnahme, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung eines FFH- oder Vogelschutzgebietes führt, ist unzulässig. Allerdings kann der Allgemeinwohlbelang des Hochwasserschutzes ggfs. Eine Ausnahme rechtfertigen. Das Vorliegen der Voraussetzungen für eine entsprechende Ausnahmezulassung kann jedoch nur im konkreten Einzelfall durch eine FFH-Verträglichkeitsprüfung festgestellt werden.

 

Ist ein optisch ansprechende bzw. Tourismus verträgliche Gestaltung einer Hochwasser-Schutzanlage überhaupt möglich?

Ja, siehe z.B. Scharbeutz und Timmendorfer Strand oder auch der verstärkte Landesschutzdeich in Büsum.

 

Wie können Dünendurchbrüche/Strandübergänge hochwassersicher gestaltet werden?

Als Stöpe oder als Überfahrten.

 

Spielt das Hochwasser von 1872 für die Berechnung/Dimensionierung des aktuellen Schutzniveaus noch eine Rolle?

Nein, aber für die Betrachtung des HW-Risikos kennzeichnet das Hochwasser von 1872 immer noch den „worst case“.

 

Gibt es Prognosen für die Eintrittswahrscheinlichkeit eines extremen Hochwassers?

Ja, z.B. HW100 = alle 100 Jahre

 

Wieviel Zeit benötigt die Realisierung einer HWS-Anlage ungefähr von der Planung über die Planfeststellung bis zur Fertigstellung ungefähr?

Kommt darauf an…

  • Planung  (2) 3 – 5 Jahre
  • Planfeststellung 1 – 2 Jahre (ohne evtl. verwaltungsgerichtliche Überprüfung)
  • Bauausführung 2 – 5 Jahre

Also eindeutig nicht „von heute auf morgen“ und auch nicht „innerhalb der aktuellen Legislaturperiode“.

 

Kann sich eine Anlage zum Hochwasserschutz auch auf dem Strand befinden?

Im Prinzip ja, aber…

 

Ist es möglich Grundstückseigentümer an den Kosten einer HWS-Anlage zu beteiligen, wenn sie vom HWS profitieren?

Die Umlage der Kosten auf die Vorteilhabenden im Prinzip möglich. Wurde in Schleswig-Holstein aber noch nicht umgesetzt.

 

Gibt es für die Ostsee eine Übersicht über die Hochwasser-Ereignisse der letzten Jahrzehnte?

Ja, siehe Generalplan Küstenschutz des Landes Schleswig-Holstein; https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/K/kuestenschutz/generalplanKuestenschutz.html

 

Diskussion:

Herr Werner Schmidt verweist auf den Widerspruch zwischen der aus Naturschutzsicht bedeutsamen Erhaltung der Steilküsten und den Maßnahmen zu deren Sicherung.

Herr Stark entgegnet, dass die Ostseeküste der Lübecker Bucht eine Ausgleichsküste ist, was sich durch küstenparallelen Sedimenttransport von abgebrochenem Material der Steilufer zeigt.

Sicherungsmaßnahmen um den Abbruch von Steilufern zu verzögern, würden vom LKN nur in wenigen Ausnahmefällen überhaupt genehmigt. Für den überflutungsgefährdeten Schwemmlandkegel des Hochwasserrisikogebietes Pelzerhaken gelte faktisch ein allgemeines Bauverbot.

Herr Dr. Pasenau erkundigt sich nach der Fortschreibung des Generalplans Küstenschutz.

Herr Stark antwortet, dass eine Fortschreibung des Generalplans Küstenschutz anstehe. Die vorhandenen Fachpläne für die Ostseeküste seien nicht kleinteilig genug, um aus ihnen Gefährdungspotenziale oder Maßnahmen ableiten zu können.

Mit Blick auf Küstenverlauf und Fetchlänge möchte Herr Heckel wissen, warum Dahme und Grömitz durch Deiche geschützt wurden, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin aber nicht.

Herr Stark entgegnet, dass diese Frage nicht beantwortet werden könne.

Herr Heckel fragt, ob es seitens der Landesregierung Bestrebungen gebe, den Deich bis Neustadt zu verlängern.

Herr Stark antwortet, dass es keine Bestrebungen der Landesregierung gibt Hochwasserschutz intensiver als bisher zu betreiben oder zu fördern.

Herr Morgenroth erinnert an ein Hochwasserereignis von 1954. Bei diesem Hochwasser habe ein starker Nordostwind geherrscht und der niedrig gelegene Teil Pelzerhakens einschließlich der Rettiner Wiesen sei überflutet worden. Anschließend habe man den Dünengürtel wieder hergestellt. Beim diesjährigen Hochwasser am 2. Januar habe man insofern Glück gehabt, als das reiner Nordwind wehte und kein Wellenschlag auftrat. Er erkundigt sich, ob die Mittel der EU für Küstenschutz noch immer im Verhältnis 60/40 zu den Mitteln des Bundes eingestellt werden.

Herr Stark antwortet, dass Küstenschutzmaßnahmen aus einem Mix von Bundes- und Landesmitteln finanziert werden. Zusätzliche Mittel der EU bedeuten höhere Hürden bei Antragstellung, Planung und Bauausführung. Falls Neustadt in Holstein erneut Planungen für einen Hochwasserschutz aufnehmen würde, bestehe kaum eine Chance auf eine Förderquote von 90 %.

Herr Morgenroth berichtet, dass im Bereich des Brodauer Steilufers mit Buhnen in Schrägstellung Sandgewinnung betrieben werden solle.

Herr Stark entgegnet, dass durch Buhnen auch Erosionen verursacht werden können. Teilweise müssten Buhnensysteme mehrmals nachgebessert werden bis die beabsichtigte Wirkung der Sandgewinnung eintritt. 

 

 

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Beschluss:  

Von der Gefährdungsanalyse für Hochwasser, den damaligen Planungen für einen Hochwasserschutz für Pelzerhaken sowie den Ausführungen des LKN zum Küstenschutz wird Kenntnis genommen. Eine Abstimmung findet nicht statt.

 

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