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Zeichnung mit fünf Strichmäänchen. Diese sitzen um einen runden Tisch. Die Leitung hat ein Strichm&amul;nnchen in der Mitte, welches eine Brille auf der Nase und einen Laptop vor sich stehen hat. Die anderen Strichmännchen haben lediglich ein Stück Papier und einen Stift vor sich liegen oder in Benutzung.
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Auszug - Städte und Gemeinden als Paradies für Bienen?  

öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Umwelt- und Verkehrsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 24.03.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:30 - 22:10 Anlass: Sitzung
Raum: Umwelthaus
Ort: Am Strande 9, 23730 Neustadt in Holstein

Die Referentin, Frau Birte Pankau, die als Biologin beim Landesverband des BUND seit vier Jahren beschäftigt ist, bedankt sich für die Gelegenheit den Ausschussmitgliedern und den Gästen den Wettbewerb Bienenfreundliche Kommune Schleswig-Holsteins vorste

Die Referentin, Frau Birte Pankau, die als Biologin beim Landesverband des BUND seit vier Jahren beschäftigt ist, bedankt sich für die Gelegenheit den Ausschussmitgliedern und den Gästen den Wettbewerb Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins vorstellen zu können. Der Hintergrund des Wettbewerbs liegt in der Gefährdung der Bienen, da mehr als 50% der 296 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein als gefährdet gelten.  Damit sind die Wildbienen in Schleswig-Holstein eine der am meisten gefährdeten Tiergruppe. Der Wert von Bienen und anderen Blüten besuchenden Insekten besteht darin, dass sie zu den wichtigsten Bestäubern von Kultur- und Wildpflanzen zählen. In Europa sind etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und rund 80 % der Wildpflanzen abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Die Ursachen für die Gefährdung von Wildbienen liegen im Rückgang und in der Zerstörung natürlicher Lebensräume durch Flächenverluste wie Bebauung und Versiegelung. Eine weitere Ursache ist die intensive, durch Monokulturen und Pflanzenschutzmitteleinsatz geprägte Landwirtschaft. Im Siedlungsbereich sind die vielfach vorhandenen intensiv gepflegten Scherrasen als Lebensraum für Bienen ungeeignet. Die Ursachen für die Gefährdung von Honigbienen sind ähnlich gelagert. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, das Fehlen eines kontinuierlichen Blütenangebotes sowie Krankheiten und Parasiten z.B. Varroamilbe führen häufiger zum Zusammenbruch von Bienenvölkern.

 

Ziel des landesweiten Wettbewerbs des BUND, ist die ökologische Aufwertung von Grünflächen in schleswig-holsteinischen Kommunen, die Verbesserung der Lebensbedingungen für Wild- und Honigbienen und anderer blütenbestäubender Insekten sowie die Aufklärung und Information der Bevölkerung über Lebensweise und Bedrohung von Bienen.

Siedlungsflächen können lebenswerte Inseln für Bienen darstellen, wenn die natürlichen Lebensräume von Bienen erhalten bleiben, ein kontinuierliches Angebot an Blütenpflanzen vorhanden ist, heimische Pflanzen sowie entsprechendes Saatgut verwendet wird sowie Wildblumenwiesen an Stelle von eintönigen, artenarmen Rasenflächen angelegt werden. In einer bienenfreundlichen Kommune werden die Mahdzeiten von Wiesen, Straßenrändern und Grünflächen an die Bedürfnisse von blütensuchenden Insekten angepasst, vorhandene Freiflächen für den Artenschutz benutzt und die Bevölkerung über Natur- und Umweltschutz z.B. durch Wildbienenstände auf öffentlichen Flächen informiert.

Bienenfreundliche Hausgärten sind durch folgende Aspekte geprägt:

-          Wildnisecken im Garten

-          Wildblumenwiese statt Scherrasen

-          Attraktive Bienenfutterpflanzen

-          Kontinuierliches Blühangebot vom Frühjahr bis zum Herbst

-          Keine exotischen Zierpflanzen

-          Kombination aus Blühpflanzen und Nistmöglichkeiten

-          Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

-          Gartenteiche zur Wasserversorgung der Bienen

-          Begrünung von geeigneten Flachdächern

 

Das beschriebene Konzept für Bienenfreundliche Hausgärten lässt sich ohne Weiteres auch auf die Grünflächen von Schulen übertragen.

Ein solches bienenfreundliches Konzept auf den Grünflächen einer Schule könnte in den Unterrichtsstoff in Biologie integriert werden. Der Bewerbungsschluss für den Wettbewerb des BUND ist der 31. Oktober 2015.

 

 

Diskussion:

 

Herr Dr. Dalke erklärt, dass viele Menschen nicht ausreichend informiert sind über den Lebenszyklus der Bienen. Er schlägt vor, insbesondere den Neubürgern im Baugebiet Lübscher Mühelenberg eine entsprechende Information über Möglichkeiten einer bienenfreundlichen Gartengestaltung an die Hand zu geben.

 

Herr Dr. Pasenau ergänzt, dass der Arbeitskreis „Biologische Vielfalt“ hier hilfreich sein könnte und einen entsprechenden Flyer für die Neubürger entwerfen kann.

 

Frau Disselhoff führt aus, dass das begrünte Dach der ehem. Hochtor-Schule eine optimale Bienenwiese ist.

 

Herr Rauhe berichtet, dass es in Neustadt zwei Imkervereine gibt, welche bei der Ausgestaltung von bienenfreundlichen Flächen durchaus behilflich sein können.

 

Herr Dr. Pasenau erläutert, dass es aus pädagogischen Gründen auch sinnvoll ist, Schulen für das Thema „bienenfreundliche Grünflächen zu interessieren.

In diesem Zusammenhang habe die Jacob-Lienau-Gemeinschaftsschule bereits positiv reagiert.