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Theater in der Stadt: Vater

Irgendwas Seltsames passiert. Als hätte André kleine Löcher im Kopf. Im Gedächtnis. Kriegt keiner mit. Aber André, er spürt sie...Vater ist eine Tragikomödie über das sensible Thema Demenz, erzählt aus Sicht des Erkrankten André, gespielt von Ernst-Wilhelm Lenik.
27.03.2020
20:00 Uhr bis 22:30 Uhr
Theatersaal an der Jacob-Lienau-Schule, Schulstraße 2
Neustadt in Holstein
23,00 ¤ - 29,00 ¤

Der 80jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Verlöschen ist…

André: Irgendwas Seltsames passiert. Als hätte ich kleine Löcher. Im Gedächtnis. Kriegt keiner mit. Winzig klein. Mit bloßem Auge nicht zu sehen. Aber ich, ich spüre es … (Florian Zeller, Vater, 10. Szene)

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80jährigen. Durch diesen hinterhältigen Trick des französischen Erfolgsautors wird der Zuschauer emotional an die Hauptperson gebunden, erlebt mit ihr dieselben Momente des Glücks, teilt mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfährt mit ihr die unbegreifbare Veränderung von Personen und Dingen und kann wie sie immer weniger unterscheiden: Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee. Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson.

Da Autor Zeller, der nicht erst seit „Die Wahrheit“ einen bühnenwirksamen Theaterknüller nach dem anderen schreibt, nicht die Krankheit in den Mittelpunkt stellt, sondern Andrés Versuch, dem ihn beunruhigenden Prozess der Verwirrung zu entkommen, verstummt das Gelächter über Andrés Eigensinn und Wutausbrüche sofort, wenn man begreift: dieser Mensch kämpft um seine Selbstachtung. Er ist nur deshalb diese unberechenbare, aggressive Nervensäge, weil er versucht, seine Angst vor der fortschreitenden Hilflosigkeit zu verbergen. Die tragikomische Gratwanderung endet erst mit dem Schlussbild, dessen nachhaltig beklemmender Wirkung man sich nicht entziehen kann.

von 19.15 Uhr bis 19.30 Uhr gibt es eine Einführung ins Stück.

Eintrittskarten erhalten Sie ab dem 1.7.2019 im Stadtgebiet

  • beim KulturService, Neustädter Rathaus, Zimmer 10, Am Markt 1 (Telefon: 04561 619-321),
  • bei der Agentur Haase,
  • in der Buchhandlung "Buchstabe am Markt" und
  • bei der Tourisinformation Pelzerhaken.

In der Region erhalten Sie Karten bei unseren anderen zahlreichen Vorverkaufsstellen und natürlich direkt online:

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Die Eintrittspreise liegen zwischen 23,00 und 29,00 Euro. Es gelten die Abonnements grün.


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